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MANIFESTO

 

Pünktlich zu meinem 50. Geburtstag wollte ich hier ein Manifest veröffentlichen. Gross, relevant, final. Ein Dokument, das wie in Stein gemeisselt, den Zustand der Welt und des Fernsehens beschreibt - und wie man beides verbessern kann. Wenn es mir gelungen wäre, es stünde hier. Aber daran sind schon ganz andere gescheitert...


 

Jetzt bin ich 60 geworden und statt dessen hier ein paar bescheidene Anmerkungen und mein persönliches Credo.

- Keinen Sand in den Kopf stecken - und auch nicht umgekehrt. Auch wenn es noch so düster aussieht, es ist immer eine Frage der Wahrnehmung.

- Immer neugierig bleiben. Es gibt viel Gutes da draussen und eine Menge Mist. Beides sollte man sich immer wieder mal anschauen und dann etwas besseres draufsetzen.

- Spaß ist der Motor - und der Sprit dafür ist ausnahmsweise umsonst.

- Bedenkenträger meiden. Es gibt zu viele davon.

- "Geht nicht" ist meistens eine (faule) Ausrede.

- Vorsicht, wenn es zu bequem wird. Umfallgefahr!

- "The Medium is the Massage" (Marshall Mc Luhan). Deswegen nie mit kalten Händen arbeiten.

- Wenn man mich fragt, auf welche Produktionen ich wirklich stolz bin, dann lande ich immer bei jenen, bei denen ich durch und durch konsequent war. Es sind interessanterweise auch immer die erfolgreichsten geworden. Opportunismus hat sich nie bezahlt gemacht, weder persönlich, geschäftlich, noch bei der Quote.

- Der Zuschauer ist weder spießig noch dumm. Wer für vermeintlich dumme Zuschauer produziert, darf sich über den grassierenden Bedeutungsverlust des Fernsehens und der Medien nicht wundern.

- Ein paar Worte zu Deutschland. Als ich mit 9 Jahren nach Frankreich gezogen bin, wurde ich als Deutscher gehänselt, beschimpft und bedroht. Als ich dort die endlosen Kriegsgräberfriedhöfe sah, verstand ich warum - und ich habe mich geschämt. Jetzt, 40 Jahre später, sagen sogar die kritischsten Geister, dass Deutschland eines der friedlichsten, weltoffensten, sozialsten, kultiviertesten, ökologischsten Länder der Welt geworden ist. Eine unglaubliche Leistung, auf die wir stolz sein dürfen - und die wir unbedingt pflegen und erhalten müssen.   

- Zum Abschluss noch mein Lieblingszitat von Samuel Lionel Rothafel, dem legendären Begründer der New Yorker Radio City Music Hall:

"Don´t give the public what they want, give´em something better."

In diesem Sinne...machen wir weiter!